2015 Kooperationsprojekt

Entwicklung und wissenschaftliche Evaluation eines neuartigen MR-kompatiblen Elektroenzephalographie-Systems

In der modernen Gehirnforschung setzen Wissenschaftler heute multimodale und multiparametrische Analysen ein, um die funktionalen und strukturellen Zusammenhänge des menschlichen Gehirns und dessen Pathologien besser zu verstehen.

Anwendung der Elektroenzephalographie in Kombination mit der funktionellen Magnetresonanztomographie

Besonders zukunftsweisend ist die simultane Aufzeichnung und Auswertung von Elektroenzephalographie (EEG) und funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), da diese eine direkte, nicht-invasive Untersuchung der neuronalen Aktivität in bislang unerreicht hoher Zeit- und Ortsauflösung erlauben. Doch sind der Anwendung dieser Methode derzeit Grenzen gesetzt: Die Vorbereitungszeiten sind lang, die Ortsauflösung und Datenqualität des EEGs sind limitiert, die neuen Sequenzen, Feldstärken und Gradientensysteme im MRT sind nicht kompatibel mit den vorhandenen EEG-Verstärkern.

In diesem Kooperationsprojekt haben sich ein mittelständisches Unternehmen und eine renommierte Uniklinik in Bayern zusammengeschlossen, um die aktuellen Probleme bei der simultanen Anwendung von EEG und fMRT im Wesentlichen zu überwinden. Die Entwicklung eines neuartigen MRT-fähigen EEG-Verstärkersystems mit einer Skalierbarkeit von 128 bis 256 Kanälen soll sowohl die Handhabbarkeit als auch die oben genannten multimodalen und multiparametrischen Einschränkungen grundlegend verbessern. Die gegenseitigen Beeinflussungen der beiden Modalitäten sollen wissenschaftlich analysiert werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse lassen sich potenziell auf die Entwicklung anderer elektronischer Systeme anwenden, die im MRT-Umfeld benutzt werden müssen (beispielsweise Herzschrittmacher, Cochlea-Implantate, Überwachungsgeräte).

Die Ergebnisse der parallel laufenden wissenschaftlichen Studien werden unmittelbar in die Grundlagenforschung der simultanen EEG-fMRT-Anwendung einfließen. Optimierte EEG-fMRT-Messungen können zudem eine Orientierung für zukünftige Multicenterstudien geben.

Projektfinder
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Forschungsverbünde

In strategisch wichtigen Bereichen werden von der Forschungs­stiftung auch Forschungs­verbünde initiiert und gefördert.

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